Selberkochen macht nicht nur Spaß und schont den Geldbeutel, es hat noch einen ganz entscheidenden, weiteren Vorteil: Sie haben es in der Hand, was in den Topf kommt! Sie wählen Ihre Zutaten aus und das bedeutet, dass Sie nur Lebensmittel verarbeiten, die Ihnen gut schmecken, sie satt machen und Ihnen auch gut bekommen. Gerade bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist letzteres das entscheidende Argument, nicht auf Fertigprodukte zurückzugreifen, sondern „selbst den Kochlöffel zu schwingen“.

Aber, auch ohne dass Sie unter Unverträglichkeiten leiden, sind frische, nährstoffreiche Produkte, die schonend in der Küche verarbeitet werden, Ihrem Wohlbefinden auf jeden Fall förderlicher als industriell verarbeitete Massenware. Frische Zutaten „leben“ und enthalten viele gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe. Und auch das Würzen bleibt in Ihren Händen. Selbstgekochtes wird in der Regel viel weniger gesalzen und gezuckert als industriell hergestelltes Essen. Denn schonende Garmethoden erhalten Aromen und Geschmacksstoffe, wodurch wesentlich weniger mit Salz oder Zucker nachgewürzt werden muss. Und auch das Würzen mit getrockneten oder frischen Kräutern spart so manchen Griff in den Zucker- oder Salztopf.

Sind alle Fertigprodukte schlecht?

Nein, natürlich sind nicht alle industriell hergestellten Lebensmittel schlecht für Sie. Unser Alltag würde ganz ohne einen gewissen Anteil an (guten!) Fertig- oder Halbfertigprodukten auch gar nicht mehr funktionieren. Vielfach sind sie im Alltag doch sehr praktische Ergänzungen zu den Frischeprodukten. Für viele Dinge, die unsere Großmütter noch mit stundenlanger Arbeit in der Küche gezaubert haben, gibt es inzwischen sehr gute „fertige“ Alternativen. Und wenn Sie es am Abend nach der Arbeit einmal nicht mehr in den Supermarkt schaffen, ist ein gutes Gemüseprodukt aus der Tiefkühltruhe (reines Gemüse, ohne Sahne oder anderer Begleitsoßen) ein fast gleichwertiger Ersatz zum frisch eingekauften Gemüse. Denn Tiefkühlgemüse wird gleich nach der Ernte schockgefroren und enthält durch diese Verarbeitungsweise oftmals sogar mehr Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe, als Frischware, die tagelang nach der Ernte unterwegs war oder im Regal gelegen hat.

Selbst Gemüse aus der Dose oder dem Glas ist heute besser als sein Ruf. Auf jeden Fall ist es gesünder und schmackhafter als die vielen Fertiggerichte aus dem Pappkarton oder die von Fastfood-Ketten. Auch wenn Tiefkühlgemüse im Bezug auf den Vitamingehalt höher zu bewerten ist, Dosengemüse wird ebenfalls direkt nach der Ernte verarbeitet und durch heute moderne, schonende Blanchier Verfahren bleiben auch hier viele Vitamine weitestgehend erhalten. Gerade in den Wintermonaten ist konserviertes Gemüse aus Glas und Dose als gute Alternative zu Gemüseprodukten zu sehen, die durch weite Transportwege auch schon einiges an Nährstoffen eingebüßt haben.

Greifen Sie zu Fertig- oder Halbfertigprodukten, so sollten Sie auf jeden Fall aufmerksam und sensibel gegenüber dem sein, „was wirklich drin ist“. Das heißt: Ruhig mal auf die Inhaltsstoffe des Produktes, auf die Etiketten und Verpackungen schauen. In den Zutatenlisten der Verpackungen werden alle Inhaltsstoffe in absteigender Reihenfolge aufgezählt (das, was am meisten enthalten ist, wird als erstes aufgeführt). Aber Vorsicht! Hier wird oftmals „vertuscht und getäuscht“. Z.B. werden Zusatzstoffen mit schlechtem „Verkaufsimage“ gerne mal mit anderen Namensgebungen ein sauberes (verkaufsförderndes) Image verpasst.

Ein kleines Beispiel aus dem Bereich der Geschmacksverstärker:
Geschmacksverstärker, speziell das Glutamat, sind beim Verbraucher in den letzten Jahren sehr in Verruf gekommen. Diese Tatsache ist natürlich auch bei der Lebensmittelindustrie angekommen. Da diese aber nicht auf den Einsatz der billigen und sehr effizienten Geschmacksstoffe verzichten will, entschied man sich, das Ganze anders (schöner) zu benennen, um damit das entstandene Negativ-Image beim Verbraucher aufzuwerten, bzw. ganz aus den Köpfen zu nehmen. Der Verbraucher sollte denken: Neuer Name gleich neuer Inhaltsstoff, gleich besser … Ist aber nicht so! Sondern: Neuer Name gleich fast alter Inhaltsstoff, gleich ähnlich bedenklich. Glutamat wurde somit einfach hinter „Hefeextrakt“ versteckt (aber auch hinter „aufgeschlossenes Pflanzeneiweiß, aufgeschlossenes Sojaeiweiß, aufgeschlossenes Weizeneiweiß oder hydrolisiertes Pflanzenprotein“). Besonders verwirrend ist, dass Hefeextrakt nicht als Zusatzstoff oder Geschmacksverstärker deklariert werden muss, obwohl er als solcher eingesetzt wird. Er wird als ein „Lebensmittel“ angesehen, obwohl es Hefeextrakt nicht in der Natur gibt. Somit hat sich die Lebensmittelindustrie lange Zulassungsverfahren erspart und Hefeextrakt muss nicht als Zusatzstoff auf der Verpackung deklariert werden. Die Produkte können als „ohne Geschmacksverstärker“ geführt werden, obwohl sie Glutamat enthalten ...

Natürlich wollen Sie nicht bei jedem Einkauf das Kleingedruckte auf den Verpackungen studieren. Sie können daher zwei grobe Faustregeln beim Einkauf anwenden: Je höher ein Lebensmittel verarbeitet worden ist, je mehr Verarbeitungsschritte also in ihm stecken, umso mehr Salz, Fett, Zucker und chemische Zusatzstoffe sind notwendig, um dem, was „im Labor“ produziert worden ist, auch noch überhaupt irgendetwas wie Geschmack mit auf den Weg geben zu können … Und … Je länger ein Produkt haltbar ist, umso „weniger Leben“ ist auch in ihm und umso mehr Zusatz- und Konservierungsstoffe sind enthalten, damit die angestrebte lange Haltbarkeit auch wirklich erreicht werden kann. Eine Vielzahl gerade solcher Stoffe wird dafür verantwortlich gemacht, Darmflora und Schleimhäute der Verdauungsorgane zu schädigen oder auch Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten auszulösen. Außerdem sind sie regelrechte Dickmacher, denn sie manipulieren den Körper und führen ihn in die Irre. Zusätzlich können sie stark die Nieren belasten. Denn diese sind die „Kläranlagen“ unseres Körpers. Über die Nieren muss alles, was nicht vom Organismus gebraucht werden kann, auch wieder hinausbefördert werden …
Von vielen Ernährungsinstituten wird die Faustregel „5 pro Tag“ empfohlen. Was ist damit gemeint? „5 pro Tag“ heißt, 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst am Tag zu essen, möglichst abwechslungsreich und bunt (rot, grün, gelb, orange). „Portionsgröße“ bedeutet: etwa so groß wie Ihre Faust. (Eine Portion Obst kann auch in Form eines Saftes eingenommen werden). Bitte nicht anders herum, 3 Portionen Obst, 2 Portionen Gemüse. Obst hält zwar eine Vielzahl an wichtigen und günstig wirkenden Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen für Sie bereit, allerdings ist der im Obst enthaltene hohe Fruktose Anteil als ungünstig zu bewerten. Fruktose ist ein Einfachzucker. Er enthält viele Kalorien und begünstigt eine nichtalkoholische Fettleber“.

Mit „5 pro Tag“ liegen Sie immer richtig. Kurzfristig gesehen, um Ihrem Organismus für einen reibungslos funktionierenden Stoffwechsel das richtige Material zukommen zu lassen, aber auch langfristig betrachtet in der Prävention, um Ihre Risiken für chronische Erkrankungen zu senken.



Das kann „5 pro Tag“:
Bitte denken Sie nicht, dass Sie einzig und alleine durch große Umstellungen Ihrer Essgewohnheiten zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden gelangen werden. Es sind auch nicht immer wieder neu erfundene „Mode-Diäten oder „hippe Ernährungsideologien“, die Sie in dieser Beziehung weiterbringen werden.

Rigide Verbote und drastische Umstellungen, die nicht zu Ihnen und Ihren Stoffwechselprozessen passen, werden Ihren Körper ständig in einem Verzicht Modus ticken lassen. Sie werden Sie genauso wenig gesünder machen, wie starke, komplizierte Veränderungen im Lebensstil, die nicht in Ihren Alltag integriert werden können. Sicherlich haben Sie bereits selbst folgende Erfahrung gemacht: Alles, was nicht alltagstauglich ist, wird schon nach kurzer Zeit aufgegeben und lässt einen frustriert in alte Muster zurückfallen.

Es sind daher vor allem die kleinen, einfachen, aber regelmäßig durchgeführten Maßnahmen, die (ohne Stress) große, spürbare Effekte mit sich bringen. Gepaart mit einer größeren Achtsamkeit für sich selbst. Lernen Sie im gleichen Zuge, besser mit Ihrem Inneren zusammenzuarbeiten, hören Sie mehr in sich hinein: Was tut Ihnen gut und sollte weiter ausgebaut werden? Was bekommt Ihnen nur schlecht oder gar nicht und sollte besser nach und nach „ausgeschlichen“ werden? Tasten Sie sich langsam voran und geben Sie Ihrem Körper mehr von dem, was ihm guttut und weniger von dem, was ihm schadet und sowohl Wohlbefinden als auch Ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit herabsetzt.



Mit diesen einfachen Strategien werden sich schnell die ersten spürbaren, positiven Effekte einstellen:
Rückenbeschwerden sind inzwischen zu einem „Massenleiden“ geworden. Wissenschaftler und Fachärzte sind sich allerdings einig: Dieses Leiden ist nicht durch Überlastungen im Bereich des Rückens entstanden, sondern durch das Gegenteil: durch Inaktivität, körperliche Unterforderung und Fehlbelastungen. Dabei ist es gar nicht schwer, „rückengesund zu leben“:
Eine Vielzahl von Studien haben es bestätigt: Körperliche Bewegung ist eines der besten „Anti-Aging-Mittel“ überhaupt. Die Wissenschaftler sind sich inzwischen einig: Mit keiner Pille der Welt kann man in diesem Bereich bessere und nachhaltigere Ergebnisse erzielen, als mit einem aktiven Lebensstil. Wir altern nicht „der Uhr nach“, sondern größtenteils in Abhängig von unserem Lebensstil. Körperfunktionen müssen durch Reize gefordert werden, nur so bleiben sie erhalten und körperlichen und geistigen Alterungsprozessen kann entgegengewirkt werden.



Durch körperliche Bewegung werden nicht nur Alterungsprozesse deutlich verlangsamt und Krankheiten auf Distanz gehalten, auch Ausstrahlung, Stimmung und Wohlbefinden profitieren deutlich. Das passiert in Ihnen, wenn Sie körperlich aktiv sind:
Myokine (von griech. Mys=Muskel und kinos=Bewegung) sind Muskelbotenstoffe. Sie wurden erst 2007 von der dänischen Zellbiologin Bente Pedersen entdeckt. Durch ihre Forschungen verstand man endlich besser, warum und wie körperliche Aktivität vor vielen Erkrankungen schützen oder sogar heilend auf sie wirken kann.
Ganz wichtig in diesem Zusammenhang: Nur aktive Muskeln können diese Botenstoffe produzieren.

Wissenschaftler schätzen, dass es etwa 400 verschiedene Myokine gibt, genauer erforscht sind bisher nur 12. Die besten gesundheitlichen Effekte erzielen Sie, wenn Sie Ihren Körper regelmäßigen, moderaten Bewegungsreizen aussetzen. Nur so werden die Signalketten der Myokine nicht unterbrochen. Sie können also durch Aktivität Ihre eigenen „Medikamente“ gegen die verschiedensten Krankheiten und Beschwerden herstellen. Eine „Apotheke to go“, die Ihnen überall und zu jeder Zeit zur Verfügung steht. Muskeltraining festigt also nicht nur den Körper und strafft das Gewebe, es macht Sie zudem noch richtig gesund.